Mammutmarsch 2026 in Hannover

Samstags um 06:00 Uhr ausstehen gehört definitiv nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Aber wenn ich pünktlich um 09:20 Uhr mit meiner Gruppe („Herde“) losgehen soll, dann muss ich zwischen 08:30 – 08:45 Uhr im Bus sein. Da ich morgens nicht der Schnellste bin, brauche ich meine Zeit für das Morgen-Meeting, Duschen, Anziehen, frühstücken und losgehen …

Gegen 08:30 Uhr stand ich wirklich an der Bushaltestelle und der Bus kam pünktlich. Es gibt noch Dinge, die mich verblüffen können …

An der Haltestelle Rathaus / Bleichstraße angekommen, konnte man schon aufgrund der Geräuschkulisse erhören, dass schon etliche Gruppen auf dem Weg sind. Zur Auswahl standen 30 km, 42 km und 55 km. Für meinen ersten Mammutmarsch habe ich mich für die 30 km angemeldet.
Gegen 09:10 Uhr durften wir dann in den Starttunnel, einer Art Gatter zwischen der Startlinie und den sonstigen Teilnehmern der Veranstaltung. Wir waren etwa 50 Personen, davon etwas weniger als Hälfte Neulinge, die zum ersten Mal dabei waren.

Nachdem wir dreimal "Mammut … Marsch!" gerufen hatten, ging es pünktlich um 09:20 Uhr „in der Herde“ los!

Die Herde ging nun einmal um den Maschteich, wechselte dann über die Straße und ging auf der Willy-Brandt-Allee auf die Nordseite des Maschsees zu. Bereits als wir das Pier 51 passiert hatten, musste ich warmes Wasser aus meinem Körper loswerden. Doch weit und breit keine Toilette in Sicht.

Ich habe da inzwischen keine Hemmungen mehr und stelle mich hinter den nächsten Strauch oder Baum. Aber Wildpinkeln ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Es ist daher für mich unverständlich, warum auf der gesamten Strecke nur sehr wenige Toiletten aufgestellt wurden, und diese darüber hinaus nur alle 5 km, teilweise nur alle 10 km zur Verfügung standen. Davor, inbesondere bei den beiden Verpflegungsstellen, bildet sich lange Schlangen – man musste sich also entscheiden: Rast und Verpflegung oder Toilettenbesuch. Beides zusammen hätte ein Minimum von 30 min Pause erfordert.
Das wäre mein erster und eigentlich auch einziger Kritikpunkt: zu wenige Toiletten insgesamt, zu große Abstände dazwischen!
Auf der Strecke über 30 km habe ich kein Schild bei 5 km oder 15 km gesehen. Vielleicht habe ich auch etwas übersehen, denn ich hatte die meiste Zeit meine Kopfhörer auf. Hier hätte ich alle 5 km ein Schild erhofft, denn möglicherweise schafft man beim ersten Anlauf nicht die komplette Strecke. Dann wäre es doch schön, wenn man seinen Teilerfolg dokumentieren kann.
Schilder gab es auf jeden Fall nach 10 km, 20 km, 25 km, 3 km vor dem Ziel, 1 km vor dem Ziel.
Wenn man dann nach 30 Kilometern und 7,5 Stunden auf den Zieltunnel einbiegt, von den Helfern mit Tröten sowie Rasseln empfangen und mit aufmunternden Rufen bejubelt wird, dann kommt die Erkenntnis: „Die Anstrengung, die Qual hat jetzt ein Ende – du hast es geschafft“! Vor allem, hast du dir persönlich bewiesen, dass du so etwas hinbekommst; mit Vorbereitung und mit Willen nach der zweiten Verpflegungsstelle.



