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– Übung macht den Meister –

Twitter: Es geht rapide bergab

Die Entwicklungen bei Twitter überschlagen sich aktuell gerade:

Nachdem bereits am ersten Tag die komplette oberste Führungsriege gegangen worden ist und darauf hin sich auch etliche Leute aus der Ebene darunter zur Aufgabe ihr Position genötigt sahen, gab es nun eine große Entlassungswelle bei allen anderen Angestellten.

Hierbei sollen sehr merkwürdige Praktien zum Zuge gekommen sein: Es heißt, dass bei den Entwicklern die Summe der erstellten Programmzeilen in den vergangenen Monaten gebildet wurde, und die untersten x Prozent mussten dann gehen. Scheinbar völlig egal, welches Problem man möglicherweise hierbei lösen musste – nach dem Motto: "Wer schreibt, der bleibt!

Außerdem wurden gesetzliche Anforderungen nicht erfüllt: Ab einer bestimmten Größe muss ein Unternehmen bei größeren Entlassungswellen eine Vorlaufzeit von 60 Tagen einhalten. Bei diesem "Massenexodus" wurden man aber innerhalb von weniger als 48 Stunden auf die Straße gesetzt.

Zudem sollen die Sparanstrengungen bei den Ausgaben für die Mitarbeitenden durch Sparmaßnahmen bei der technischen Infrastruktur flankiert werden: etwa 1 Milliarden US-Dollar will man hierdurch in den nächsten Monaten einsparen. Einige ungenannte Stellen sprechen davon, dass man wohl zukünftig bewußt auf Redundanzen verzichtet, so dass möglicherweise der Ausfall eines Rechenzentrums an einem Standort eine weltweite Störung zur Folge haben könnte. Zudem ist man dann nicht mehr für Lastspitzen gewappnet, wie sie zum Beispiel an Wahltagen auftreten.

Mitarbeitende und Führunsriege sind das ein, die Einnahmenseite das andere:

Auch die Werbetreibenden wenden sich von Twitter ab oder setzen ihre Werbung zumindest für die nächste Zeit aus, bis klar wird, wohin die Reise mit Elon Musk – der sich aktuell als Twitter Complaint Hotline Operator bezeichnet – an der Spitze weitergeht.

Und dann ist da noch die Sache mit dem blauen Haken, der eigentlich ein weißer Haken in einer blauen Rossette ist:

Bisher wurden Organisationen, bekannte Persönlichkeiten usw. von Twitter kostenfrei verifiziert und bekamen dann ein eindeutiges Kennzeichen an das Ende ihrer Benutzerkennung, so dass für die anderen Twitternde erkennbar war, dass es sich wirklich um Joe Biden, das BMBF oder Ralf Ruthe handelt. Diese Kennzeichnung kann man sich nun kaufen: 8,- $ soll das im Monat kosten und wird möglicherweise ohne weitere Prüfung der Angaben gewährt.

Nicht zu vergessen der starke Drang vieler Nutzer:innen zu einem anderen Dienst zu wechseln: unglaubliche Zahlen von neuen oder reaktivierten Accounts verzeichnen die großen und kleinen Mastodon-Instanzen. Ein Bot, der nach Mastodon-Adressen in den Twitter-Profilen sucht, wird stündlich verfeinert und ausgebaut. Dienste, die automatisch Twitter-Profile auf Mastodon-Adressen abbilden und aktuell halten sind hoch im Kurs. Die Auslastung der zugehörigen Webseiten liegt teilweise bei über 1000%. Und wie viele Noch-Twitterer nutzen schon auf die eine oder andere Weise Crossposting-Dienste?!

Ich möchte mich zur folgenden Aussage hinreißen lassen: Wenn das hier SO weitergeht, wird Twitter bis Weihnachten 2022 entweder nicht mehr Elon Musk gehören oder aber der Ast, auf dem Musk mit Twitter sitzt knackt schon verdächtig, während er noch daran sägt!

Quellen:

  1. https://www.tagesschau.de/wirtschaft/twitter-entlassungen-105.html
  2. https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-4-november-2022-100.html
  3. https://www.salon.com/2022/11/04/twitter-adds-fact-disclaimer-to-new-boss-elon-musks-tweet-whining-about-advertisers-fleeing/

Twitter, Werbung, Mastodon

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